Notenschrift im 17.-18. Jahrhundert – Entwicklung, Formen, Besonderheiten

Folgender Artikel ist ein Überblick, der aus einem Seminarvortrag heraus entstanden ist. Daher wurde auf Fußnoten und detaillierte Quellenangaben verzichtet. Zur weiterführenden Information siehe die Literaturhinweise am Ende des Textes.

Notation von Musik ist nichts Festes, sondern wie eine Schrift einer lebendigen Sprache. Sie paßt sich den musikalischen Erfordernissen ihrer Zeit an. Viele Elemente alter Notenschrift lassen sich bei einer Neuübertragung nur schwer darstellen oder sind nicht ohne Weiteres verständlich. Daher ist es hilfreich, gerade wenn man mit Quellen Alter Musik zu tun hat, sich mit den Besonderheiten der Notationspraxis der damaligen Zeit vertraut zu machen.

Bis ca. 1600 hat sich die Notation von ihrem Anfängen bis hin zur sogenannten Weißen Mensuralnotation entwickelt, die mit Beginn des 17. Jahrhunderts abgelöst wird von der im Grunde heute noch gültigen Notationsform. Der Übergang vollzieht sich fließend, und daher finden wir im 17. und 18. Jahrhundert noch einige Elemente in der Notenschrift, die gleichsam Überreste aus vorherigen Zeiten sind. Neben der „realen“ oder Ton-Notation mit Notenköpfen und Linien existieren noch bis ins 18. Jahrhundert hinein die sogenannten Tabulaturen. Sie werden meist für solistische Musik auf Zupf- und Tasteninstrumenten verwendet, vereinzelt auch für weitere Instrumente. Zudem entwickelt sich mit der Etablierung des basso continuo eine Notationsweise für den Generalbaß.

Partituranordnung

Wenn man ein Partiturblatt des 17. oder 18. Jahrhunderts betrachtet, fallen auf Anhieb mehrere Dinge auf:
Die heutige Partituranordnung, wie wir sie kennen, ist eine Ausprägung des 19.Jahrhunderts. Lange Zeit vorher, vom 13.-16. Jahrhundert, waren Stimmbücher die übliche Darstellungsweise für mehrstimmige Musik gewesen. Das änderte sich erst mit dem Eintritt ins Generalbaßzeitalter ab 1600. Die Bedeutung des Generalbasses für das ganze Ensemble sowie die wachsende Komplexität der Musik, v.a. der Instrumentalmusik, machten eine Partiturübersicht notwendig.
Die Anordnung richtet sich dabei zuerst nach praktischen Gründen: die continuo-stimme steht ganz unten, darüber folgt entweder die Gesangssolostimme(n) oder der Streichersatz. War der Konzertmeister gleichzeitig Dirigent, konnte auch die erste Violinstimme ganz oben stehen. Bläserstimmen, die nicht selbständig sind, werden einfach mit „colla parte“ notiert und nicht extra ausgeschrieben. Oft findet man statt Vollpartituren ein particell, d.h. eine Teilpartitur, da die Partitur als Volltext eines Werkes ihre Funktion erst ab dem 19. Jhd. erhält.
Manchmal hat sich auch eine extra Direktionsstimme erhalten (guida, MDC-maestro di cappella).

Schlüsselung

Man unterscheidet in c-, f- und g-Schlüssel. (Folie 3) Ihre heutige Form hat den Ursprung in den Buchstaben, die mit der Zeit „verballhornt“ wurden zu den üblichen Zeichen. In Handschriften findet man viele verschiedene Formen, die nach persönlichem Schreibstil variieren. Anstelle des C-Schlüsselzeichens wird mitunter auch eine Art doppeltes Kreuz gesetzt. (siehe Grafiken!)
Ab dem 16. Jahrhundert prägt sich die Kombination von 3 C- und einem F-Schlüssel als Standard für den 4stg. Satz aus, wie wir es z.B. in den Petrucci-Drucken aus Venedig sehen können. Bis ins 16. Jhdt. begenet man auch Schlüsseln, die auf anderen als den standardmäßig benutzten Linien liegen; dies sind sog. Chiavetten (z.B. von Schütz verwendet). Über ihre Funktion wird in der Forschung gestritten. Im 17.-18.Jh. findet man sie nur noch sporadisch.
Die C-Schlüssel bleiben bis in 18. Jahrhundert hinein in Gebrauch, in der Vokalmusik sogar noch länger; erst ab dem 17. Jahrhundert breitet sich von Frankreich aus der G-Schlüssel aus (zuerst auf unterster Linie notiert!), der in der Folge v.a. in Deutschland schnell übernommen wird. Bei Bach findet man noch teilweise den alten französischen Violinschlüssel, den er benutzt, um Stimmen für violino piccolo zu notieren.
Selbst bei Mozart und Haydn findet man in manchen Klavierstimmen noch C- statt Violinschlüssel.

Zunächst entstehen aus den Mensurzeichen der Mensuralnotation die Taktzeichen. Damit einher geht auch die Verkürzung der bisher gebrauchten langen Notenwerte. (um 1600 zuerst 32tel und 64tel) Aus den verschiedenen Proportionen werden viele zusammengesetzte Taktarten. Sie geben auch gleichzeitig das Tempo an (Ganze – langsam, Halbe – Schneller, etc.). Das Proportionszeichen C oder gestrichen C, der tactus alla semibreve, setzt sich im 17. Jh. in Deutschland durch und wird auch in Abwandlungen weiter benutzt (z.B. Schubert CC!). Um 1620 erscheint zum ersten Mal der 3/4-Takt.
Ab dem frühen 17.Jh. werden Tempoworte gebraucht, auch in Abstufungen (piu, poco), meist italienisch, aber auch lateinisch und landessprachliche Bezeichnungen sind üblich. Diese dienten z.T. gleichzeitig als Affektangaben (z.B. vivace – lebendig, allegro – fröhlich…)
Heute ist es daher nötig, deren Bedeutung genau abzugrenzen!
Die Worte dienten lediglich als Zusatzangaben zu Taktart und Tempo. Die Frage, ob sich in den Tempi Proportionen zueinander erhalten haben, wird weiter diskutiert.

Die Kreuz und Be entwickelten sich aus dem Zeichen „b“ (fa/mi) das bis ins 15.Jhd. für Alterierungen allgemein gebraucht wurde. Vorzeichen haben erst spät, ab dem 19.-20. Jahrhundert taktweise Gültigkeit. Im 17. und 18. Jahrhundert vertraut man auf den „common sense“, Vorzeichen werden also für Besonderheiten gebraucht, gelten also zumeist nur für eine Note; oft gibt es keine extra Auflöser danach. Doppelkreuze findet man ab dem 17. Jahrhundert in Partituren.
Balkung: Die Balkung kommt erst mit Ende der Mensuralnotation auf und ist bis ins 16. Jahrhundert Kennzeichen mehr von Instrumentalmusik als Vokalmusik. In der Vokalmusik werden Balken nicht standardmäßig, sondern als rhythmische Orientierung und zur Kennzeichnung von Melismen verwendet – die erste Note einer Gruppe wird leicht betont. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gleicht sich die Notation allerdings immer mehr aneinander an, v.a. bei virtuosen Arien.

Dynamik

Echo (E) oder piano (p) sind die „Grundbezeichnungen“ im 17.Jhd. Ab der Mitte des 18.Jh. findet man in der Violinmusik die (de)cresc.-Gabeln, und danach prägt sich die bis heute gültige Dynamikfolge von pp – ff aus.

Artikulation

Bögen findet man in Instrumentalstimmen ab dem 16. Jahrhundert als Atemzeichen für Bläser und Sänger, sowie als Bogenstrich-, also Phrasierungsmarkierung. In der Vokalmusik werden Bögen auch lange weiter noch zur Markierung von Melismen gebraucht. Zweier-Bindebögen werden ab 1600 notiert, in chromatischen Passagen können sie auch als gliss ausgeführt werden. Ab 1620 findet man in Quellen auch längere Bindungen, va. in der Instrumentalmusik; Punkte und Akzente sind erst ab Ende 17. und im 18. Jhd. in Gebrauch.
Verzierungszeichen: zuerst nur ab 17.Jh. Triller notiert, erst spät im 18.Jh. kommen mehr hinzu (Geschmack und Ausbildung gelten als Voraussetzung!)

Rhythmische Notation
Triolen sind schon ab dem 16.Jahrhd. bekannt, aber nicht in heutiger Form, da nicht alle Notenwerte perfizierbar, also dreiteilbar waren. Sie wurden auch ausgedrückt durch Taktartwechsel, und erscheinen erst ab 17.Jh. in ihrer heutigen Funktion, d.h. als Dreiteilung eines beliebigen Wertes. Bis ins 18.Jh. notiert man als „Archaismus“ geschwärzte Triolen, auch noch bei Bach (sieht aus wie nächstkleinerer Notenwert!)
Konfliktrhythmen sind unterschiedlich ausführbar (anders als im 19.jh.)
Augmentationspunkt wird auch nach 1600 öfters weggelassen (tempus perfectum), auch andere Geltungsdauern als die 1,5-fache sind mitunter möglich, wie etwa bei der frz. Ouvertüre!
Taktstriche werden allgemein erst ab dem 17.Jh. üblich, sonst werden sie auch dargestellt durch Gruppierung, Punkte in der Zeile oder Notenbalkung.
farbige Noten gibt es ebenfalls: Vom 18. bis ins 19.jh. können geschwärzte Noten Mittelstimmen markieren, rote Noten die Orgelpedalstimme.

Tabulaturen – Sonderformen der Notation von Instrumentalmusik

Der Begriff „Tabulatur“ stammt ab vom lat. tabula, „Tafel, Tabelle, Tisch“, und bedeutet eine Notation v.a. in Zeichen und Zahlen (Griffschrift) statt Notenköpfen/ Linien (Symbolschrift).
Der Begriff der Intavolierung leitet sich ab von ital. intavolatura (tabellarische Anordnung) = Übertragung in Tabulatur.

Tabulaturen gab es für Tasteninstrumente, v.a. für Orgel, für Zupfinstrumente, z.T. auch noch für andere Soloinstrumente (Geige, selten Bläser). Je nach Land prägten sich dabei auch teils unterschiedliche Formen aus.

Orgeltabulaturen

Die deutsche Orgeltabulatur war gebräuchlich im 15. und 16.Jh. Sie stammt vielleicht aus der Praxis, im 10.Jahrhundert Buchstaben auf Orgeltasten zu malen.
Die Tabulatur besteht aus folgenden Zeichen: Buchstaben a-g bzw. a-p, einer Notenzeile für die Oberstimme, die restlichen Stimmen stehen in Buchstaben. Zudem gibt es Sonderzeichen wie Punkte und Striche.
Erster Beleg für eine Orgeltabulatur ist der Robertsbridge Codex aus England aus dem 15. jahrhundert.
Laut Agricola soll der blinde Organist Conrad Paumann (1410-1473) der Erfinder der Orgeltabulatur gewesen sein, da dessen „fundamentum organisandi“ eine der ersten Quellen für deutsche Orgeltabulatur darstellt. Eine Hauptwuelle für Deutsche Orgeltabulatur ist das Buxheimer Orgelbuch von 1460.
Im 16. Jhd. findet man deutsche Orgeltabulatur in Deutschland und Polen. Ab der 2. Hälfte des 16. bis ins 18. Jhd. wird die Tabulatur auf eine reine Buchstabenschrift reduziert; übrig bleiben Notenhälse als „Rhythmusgitter“. Dieses Erscheinungsbild prägt die folgenden Tabulaturen, läßt sich zudem leichter drucken als herkömmliche Notenschrift. Trotzdem kommen Tabulaturen im Laufe des 18. Jahrhunderts aus der Mode und werden ersetzt durch Partituren.
Die allerletzte Quelle für deutsche Tabulatur ist laut Wolfs Handbuch der Notationskunde Johann Samuel Petris „Anleitung zur practischen Musik“.
Die spanische Orgeltabulatur ist erst ab 1550 überliefert. Es handelt sich dabei um eine stark vereinfachte Ziffernnotation. Es werden nur weiße Tasten bezeichnet, Alterationen durch Sonderzeichen dargestellt.

Lautentabulaturen

Bei den Lautentabulaturen handelt es sich um eine reine Griffschrift statt Notennamenschrift!
Ihre Übertragung ist heute problematisch, da zunächst nur Griffabfolge notiert wurde, nicht die eigentliche Tonlänge.
Zum Hintergrund: Die Laute war im 16.-18.Jhd. sehr populär, zunächst als Begleitinstrument, im 18. Jahrhundert auch als Solo- und Ensembleinstrument.
Es handelt sich um ein fünf- bis sechssaitiges Instrument mit beweglichen Bünden aus Darm, Saiten z.t. doppelt (sog. Chöre), mit variabler Stimmung. Am meisten verbreitet war die Stimmung ADGHEA, jedoch waren auch scordaturen mögich, wie z.B. Newsidlers Lautenbuch von 1536 belegt.
Die deutsche Lautentabulatur ist ab 1512 dokumentiert (Arnolt Schlick, Tabulaturbuch). Ihr Erfinder soll wieder Conrad Paumann gewesen sein.
Saitennamen der Laute waren: Großbrummer, Mittelbrummer, Kleinbrummer, Mittelsaite, Sangsaite.

Jeder Griffpunkt bekommt in der Tabulatur ein Zeichen: leere Saiten sind Zahlen, Griffstellen alphabetisch durchgezählt, Großbrummer wird extra bezeichnet, Rhythmus ist dargestellt durch Notenhälse. Es gibt Sonderzeichen für Verzierungen, Haltetöne, z.T. Fingersätze.

Als Quellen für diese Tabulaturform sind ca 60 Drucke und 85 Handschriften erhalten, die ein breitgefächertes Repertoire abdecken; die letzte Quelle stammt von 1620, danach wird die deutsche verdrängt durch v.a. die französische Tabulatur.

Die italienische/ spanische Tabulatur zeigen die Petrucchi-Drucke des 16.Jh. (System: Notenhälse, Saiten als Linien, Ziffern für Bünde) Davon gibt es ca. 160 Quellen, wobei das sog. Pesaro-Manuskript (um 1490) eine besonders wichtige Quelle darstellt, weil es in italienischer und franz. Tab. gedruckt ist.

Zur französischen Tabulatur: Saiten sind als Linien dargestellt, Bünde als Buchstaben, Rhythmus in Form von Notenhälsen, teilweise gibt es Fingersätze zum Zupfen.
Im 17. Jahrhundert verändert sich die Tabulaturnotation durch die Hinzunahme von Bordunsaiten, rhythmisch genauere Notation durch Haltestriche wird eingeführt. Diese Tabulaturform wurde auch verwendet für andere lauten-verwandte Instrumente wie die Mandora oder das Cithrinchen.
Im 17. Jahrhundert wird die Laute als Generalbaßinstrument verdrängt durch Theorbe und andere Instrumente, deshalb sind wenige Quellen für Ensembleliteratur überliefert. Dies gilt auch für die anderen Tabulatur-Formen. Dagegen hatte die Laute im 18. Jhd. ihre Blütezeit als Soloinstrument.

Generalbaß – Notation

Grundlagen und Quellen: Ausprägung des GB zunächst als musikalisches Phänomen ohne Ziffern. Es war seit dem 15. Jhd. üblich, daß der Spieler aus der Partitur selber die Harmonien herauszog, was durch die vielen Intavolierungen aus dieser Zeit belegt wird. Die ersten gedruckten Spielanweisungen für den GB finden sich bei Lodovico Viadana, 1602, Cento concerti ecclesiastici.

Das Ziffernsystem etablierte sich uneinheitlich. In der ersten bezifferten Quelle (1594) findet man nur Kreuz oder Be als Markierunge von Alterationen, die von der Norm abweichen. Im 17. Jhd. tauchen dann Ziffern von 1 bis 18 auf, die auch genau die Lage der zu spielenden Stimmen mit angeben. Allerdings wird zunächst nur einfach beziffert. Nach 1650 etabliert sich doppelte Bezifferung. Man beschränkt sich in den verwendeten Zahlen dann aber bald auf die Ziffern 1-9. Erst später im Laufe des 18.Jhds. kehren größere Zahlen wieder, etwa bei C.Ph. E.Bach, auch noch bei Haydn und Mozart (bis 12).
Die Bezifferung beschränkt sich üblicherweise auf das „Nötige“, nur in pädagogischen Werken, oder wenn eine spezielle künstlerische Absicht dahinter steht, wird genaue Stimmführung und Lage angegeben (z.B. gelegentlich von J.S. Bach).
Ab 1700 erscheinen Striche im Notenbild, was bedeutet, daß die Harmonie sich nicht ändert, also gehalten wird.
Durchgestrichene Ziffern werden erst ab dem Ende des 17.Jahrhunderts zur Regel in Partituren.
Als Quellen sind uns einige Lehrbücher erhalten, in denen Tabellen zur Bezifferung abgedruckt sind. Prominentes Beispiel (aus Dresden) ist etwa Heinichens GB-Schule von 1728, die 32 Bezifferungsmöglichkeiten angibt und eine gute Übersicht für die Bezifferung im 18.Jhd. gibt, oder Matthesons Anweisung fürs Generalbaßspiel von 1732.

Weiter gibt es individuelle Sonderlösungen: Telemann verwendet einen Schrägstrich als Sonderzeichen dafür, wenn die rechte Hand ruhen soll.
Betonte Vorschläge werden durch einen schrägen Strich vor einer Ziffer bezeichnet. (gilt fürs spätere 18.Jh.) Ein Bogen über einer verminderten Quinte zeigt bei Telemann, daß man an dieser Stelle nicht die Sexte, sondern die Oktave in den Akkord mitnehmen solle.
Häufig fand aber gar keine Bezifferung statt, also ist Erfahrung gefragt!
Weitere Angaben in der GB-Stimme sind je nach Komponist verschieden. Man findet Dynamik (f, p, echo) und die Registerbezeichnungen tasto solo (t.s., tasto) – ohne akkordische Begleitung, unisono (unis., u.s.) – Spiel in Oktaven ohne Füllharmonien. Letztere beide werden aber erst im 18.Jahrhundert vermehrt gebraucht.

Notation von Generalbaß in secco-Rezitativen fand zuerst in langen Notenwerten statt, die aber als kurze ausgeführt wurden. Ab 1720 (das ist ein gutes Datierungskriterium zur Einordnung von Quellen) werden secco-Rezitative in kurzen Notenwerten notiert.

Die Generalbaßnotation ist vor allem ein Phänomen des 17. und 18. Jahrhunderts; danach ist der Generalbaß als musikalisches Phänomen nicht mehr relevant. Es hat bis heute keine nennenswerte Ansätze zur Weiterentwicklung gegeben und so hat sich dieses System quasi „konserviert“. Die Tabulaturen sind aus der Praxis bis auf die Gitarrentabulaturen verschwunden. Das Fünflinien-Notensystem hat sich weiter ausdifferenziert, doch dürfen gerade wir als historisch bewußte Menschen nicht vergessen, daß es in seinen Mitteln und Funktionen begrenzt ist und sich in seiner Bedeutung ständig wandelt. Insofern erfordert die Edition eines historischen Textes oft viel Fingerspitzengefühl in der Übertragung und kritisches Bewußtsein für seine „musikalische Rechtschreibung“.

Literatur:

Willi Apel, Notation der polyphonen Musik, Band II
MGG2, Artikel „Notation“, „Partitur“, „Generalbaß“
Thrasyboulos Georgiades, Musikalische Edition im Wandel des historischen Bewußtseins
Johannes Wolf, Handbuch der Notationskunde Bd. 1 und 2
New Grove Dictionary of Music, Bd. 18, „Notation“

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