Vulkanausbruch unter dem Mikroskop – Iannis Xenakis´ Streichquartette in der Neueinspielung des JACK Quartetts

Die Gattung „Streichquartett“ gilt als eine Königsdisziplin der Komposition und stellt daher für Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts eine besondere Herausforderung dar. Nach Bartok und Schostakowitsch haben sich noch viele große Musikschaffende umfassend mit diesem problematischen Erbe befaßt. Zu diesen zählt auch der sonst eher für seine großformatigen Werke bekannt gewordene Iannis Xenakis.
Xenakis´ Streichquartette liegen nun in einer beispielhaften Neueinspielung des Jack Quartetts bei mode records vor. Die vier Musiker erwecken die zerklüfteten Partituren zum Leben, meistern traumwandlerisch sicher alle technischen und rhythmischen Schwierigkeiten, und vernachlässigen dabei kein noch so kleines Detail. Die hoch artifiziellen musikalischen Konstrukte werden zum Naturereignis. Es rauscht und knistert, flüstert, beißt und birst und reißt den Hörer mit in die Klangwelt Xenakis´scher Musik, die selbst in einer intimen Kammerbesetzung elementare Ausdrucksgewalten zu entfesseln vermag. Das fast schon verstörend detaillierte Klangbild rückt den Hörer dicht an die Instrumente heran und trägt seinen Teil dazu bei, daß man wie unter dem Mikroskop kleinste Nuancen mitverfolgen kann. Ein Muß für alle Xenakis-Fans und solche, die es werden möchten.

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