Queeriot 2018

Wie letztes Jahr bin ich Teil des Organiationsteams für das Queeriot – das queerfeministische Festival in Graz. Jetzt ist unsere Vorankündigung für die Ausgabe 2018 online – save the date: 18.-19. Mai 2018, Forum Stadtpark.
Hier ist die Homepage!

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Zur Situation der Kunst – von 1987 bis heute

Die Sängerin Carla Henius hat nicht nur ungemein viel in ihrer Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luigi Nono und Dieter Schnebel geleistet, sie war auch eine wache und aktive Teilnehmerin am Kulturleben, sowohl als Kuratorin von Festivals wie auch als Pädagogin und Kommentatorin. In einem alten Artikel von ihr, der 1987 in der ZEIT erschienen ist, habe ich folgende Passage gefunden, die anstandslos auch heute geschrieben sein könnte. Bleiben denn die Probleme wirklich immer die gleichen, ändert sich nichts? Was können wir dafür tun, wie können wir uns heute einsetzen?
Hier das Zitat:

Für die Entwicklung und das Leben der Künstler aus allen Bereichen – Musik, Bildende Kunst, Sprache – scheinen ähnliche Regeln zu gelten wie für die Politiker. Unter diesen gab es früher „Staatsmänner“. Die konnten auf lange Sicht ihre Visionen, Reformen und Strategien erfinden und planen, ausgreifend auf ein halbes Jahrhundert und mehr, das sie damit prägten. Ihnen gegenüber stehen heute die Politiker, die alle vier Jahre Wahlen gewinnen müssen und die keinen Entwurf vorlegen können, zu dessen Verwirklichung es mehr als eine knappe Legislaturperiode braucht. Dieser Konsens, daß nur der rasche Erfolg zählen kann, trifft auch die Künstler. „Trends“ werden wichtiger genommen als die Entwicklung der bedeutenden Einzelperson, niemand hat Einsicht und Zeit, auf deren Reife zu vertrauen, Irr- und Umwege zuzulassen. Die Ausformung eines Alterswerks oder eines Altersstils ist kaum noch möglich. Ebenso bedroht ist alles, was Trends und rasch wechselnden Tagesmoden zuwiderläuft.

Nach der dezidierten Kunstfeindlichkeit in den Jahren nach 1968, gegen die man wenigstens noch polemisieren und streiten konnte, leiden wir jetzt unter Liebesentzugs-Erscheinungen und laufen Gefahr zu ermatten. Damals war man gegen die „Kunst“. Heute will man zwar „Kunst“ haben, aber sie darf nichts kosten – jedenfalls nicht in künstlerischen Bereichen, die kein „Markt“ sind. „Kunst“ soll heute so sein, als sei sie zur Unterhaltung „für alle“ gemacht und gedacht. Das heißt, sie muß in Begriffen eines politischen Wahlprogramms formulierbar sein. Dem Neuen, Werdenden zum Leben zu verhelfen, ist ungeheuer schwer geworden. Und ebenso schwer ist es, in diesem festen Gefüge irgend etwas zu verändern – wobei mit Veränderung wohl Verbesserung gemeint sein dürfte.

Aus: Carla Henius, „Die tägliche Drecksarbeit“, ZEIT Nr.28/1987

verlorene gedichte II

hommage an e.e.c. / b.b.c.

plötzlich leben,
gedankenlos.

strömende wasser zu füßen
aufrechter pappeln
gleichwie. denkt wasser,
gewitzt gewaltig, eh staubfein nebel
sich an küsten setzt?
nächtens mondsichel schneidet haut organisierter berge

[geräusch, rumpeln, fernes rauschen, davor ein hohes pfeifen das langsam einblendet]

aufblühendes nichts, scharf gekantet

leben wie licht sollen wir, tödlich
wie stille im strudel des All
(nachher) liebe, mir und dir.
unscharf bisweilen wie
unscharf ich weiß, unwissend spärliches jetzt-
speere zehnfache spieße des damals schmieden
rot und groß unsre beiden münder

neues Projekt mit Federico Llach

Im Juli 2018 ist Federico Llach, Komponist aus Argentinien, zu Gast beim StAiR-Programm des Landes Steiermark. Gemeinsam mit Federico, Matej Bunderla und Ivan Trenev erarbeiten wir ein neues Projekt, das sich mit der Konfrontation und Verbindung unterschiedlicher kultureller und musikalischer Identitäten beschäftigt. Die Präsentation in Graz wird Ende Juli stattfinden, das Format (ob audiovisuell, instrumental, instrumental-elektronisch) werden wir gemeinsam entwickeln.

Seine Webseite: www.federicollach.com

Danke!

Ich freue mich über die Zuerkennung eines Fortbildungszuschusses des österreichischen Bundeskanzleramts, der mir ermöglicht, 2018 an einem Workshop zu Musik & interdisziplinärer Inszenierung an der ZHdK Zürich teilzunehmen.

verlorene gedichte I

summer

I think.
I think i think about
no more rain.
In the washed murals dusty clouds of stones
burning red
a glowing gleaming heart of softness
in my city’s
sunken desire
to sleep and dream
silently away
lulled in her own past
no more dust, no more stones
no more rivers crying
no more thinking
no more no
think I

(Graz, 2017)

Danke 2017!

…auch wenn das Jahr viel harte Arbeit und weltpolitische Verwerfungen gebracht hat, bin ich dankbar für alle guten Momente, schönen Projekte und alle wunderbaren Menschen, die mir 2017 begegnet sind. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir das „feldstellen*“. Der Sonnenaufgang im Stadtpark, durchfroren aber glücklich, gehört zu den schönsten Momenten meines Jahres. Danke:)

Workshop mit Charlotte Hug

Ich freue mich, für den Workshop „Creation and Scenario in Music“ ausgewählt worden zu sein, den die Schweizer Künstlerin Charlotte Hug leitet. Nach einem ersten gemeinsamen Projekt 2014 freue ich mich auf eine intensive, das Jahr über laufende Zusammenarbeit.